2. Bundesliga

Roundup: Tor-Festival in Hannover, Magdeburg schlägt Kiel

Lukas Kwasniok bejubelte vier Tore des SC Paderborn gegen Hannover 96. Foto: Getty Images.
Lukas Kwasniok bejubelte vier Tore des SC Paderborn gegen Hannover 96. Foto: Getty Images.

Am 20. Spieltag der 2. Bundesliga hat Hannover 96 das Heimspiel gegen den SC Paderborn nach einem munteren Spielverlauf mit 3:4 verloren. Während der 1. FC Magdeburg parallel gegen Holstein Kiel gewann (3:2), gelang der 1. FC Nürnberg gegen Jahn Regensburg der erste Sieg in der Rückrunde (1:0).

Paderborn dreht 0:2-Rückstand gegen 96

Hannover 96 und der SC Paderborn legten einen furiosen Start in die Partie hin. Cedric Teuchert brachte die Niedersachsen bereits in der zweiten Minute in Führung und erhöhte in der vierten Spielminute auf 2:0, doch eine Antwort der Ostwestfalen ließ nicht lange auf sich warten. Robert Leipertz umkurvte Ron-Robert Zieler in der fünften Minute und verkürzte auf 2:1. In den darauffolgenden Minuten waren beide Mannschaften bemüht, kein gänzlich wildes Spiel entwickeln zu lassen, dennoch wurden regelmäßig Akzente gesetzt. In der 22. Minute prüfte Leipertz Zieler, der zur Stelle war. Kurz darauf holte der Paderborner Torschütze einen Elfmeter raus, den Florent Muslija zum 2:2-Ausgleich verwandelte (25.). Die Gäste blieben am Drücker, sammelten viele Ballbesitzanteile und hatten nach 32 Minuten die Chance zur Führung, doch Julian Justvan verpasste das Tor knapp. In der Schlussphase der ersten Halbzeit brachte keine der beiden Mannschaften eine gefährliche Torchance zustande, entsprechend blieb es zur Pause beim Remis.

Es dauerte bis zur 55. Minute, ehe Paderborn die Partie endgültig auf den Kopf stellte und in Führung ging. Maximilian Rohr wurde zur Halbzeit eingewechselt, setzte sich im Strafraum gegen Bright Arrey-Mbi durch und legte den Ball für Leipertz ab, der diesen in die Maschen schweißte. Die Niedersachsen präsentierten sich nach dem Rückstand engagiert, doch wie schon über weite Strecken der ersten Halbzeit gelang der Elf von Stefan Leitl wenig im letzten Drittel. Besser präsentierte sich Paderborn, denn in der 71. Minute erhöhte Sirlord Conteh auf 4:2. Mit der Führung im Nacken präsentierte sich die Mannschaft von Lukas Kwasniok selbstbewusst und mit großer Sicherheit am Ball, weshalb ein Comeback der 96er in der Schlussviertelstunde immer unwahrscheinlicher wirkte. Nachdem Denis Srbeny allerdings das 5:2 verpasste (78.), verkürzte Hannover auf 3:4, als Maximilian Beier Jannik Huth per Flachschuss innerhalb des Strafraums keine Chance ließ (82.). Die Gastgeber warfen in den Schlussminuten noch einmal alles in die Waagschale und hatten durch Derrick Köhn eine gefährliche Chance aus der Distanz, der Ausgleich sollte aber nicht mehr gelingen.

Hannover 96 bleibt aufgrund der Niederlage auf dem siebten Tabellenplatz der 2. Bundesliga und hat weiterhin 28 Punkte auf dem Konto. Der SC Paderborn klettert vor den restlichen Spielen auf Platz vier und hat mit 35 Zählern aktuell nur einen Punkt Rückstand auf die drittplatzierten Heidenheimer.

Magdeburg kommt doppelt gegen Kiel zurück

Holstein Kiel kam gegen den 1. FC Magdeburg gut in die Partie und hatte in der Anfangsviertelstunde einige Chancen, die nicht zur Führung genutzt wurden. Holmbert Aron Fridjonsson setzte seinen Schuss über das Tor (6.) und verpasste ebenso wie Simon Lorenz nach einem Freistoß das 1:0 (7.). Timo Becker visierte vom Magdeburger Strafraum aus das rechte Toreck an, der Ball flog am Pfosten vorbei (14.). Die Gäste fanden erst im Anschluss in die Partie und sammelten fleißig Ballanteile, blieben vor dem Tor der Störche aber ungefährlich. Die gefährlichste Möglichkeit hatte Fabian Reese, der aus kurzer Distanz an Dominik Reimann scheiterte (33.). Die darauffolgende Ecke brachte die verdiente Führung, Hauke Wahl stocherte den Ball aus wenigen Metern über die Linie (34.). Unmittelbar danach hatte Magdeburg eine Ecke und Daniel Heber setzte zum Kopfball an, Reese klärte kurz vor der Linie (37.). Baris Atik setzte zudem einen direkten Freistoß auf das Kieler Tornetz (40.). Auf der Gegenseite setzte Lorenz einen Schuss aus kurzer Distanz über das Tor (42.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff erzielte Magdeburg das 1:1, Daniel Elfadli war nach einem Abpraller eines vorherigen Schusses von Kai Brünker zur Stelle (45.). Mit diesem Spielstand verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Kabine. 

Magdeburg begann die zweite Halbzeit mit großem Engagement, musste jedoch den erneuten Rückstand verkraften, da der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Fiete Arp die Kieler Führung nach einem langen Einwurf wiederherstellte (54.). Philipp Sander hatte kurz darauf die Möglichkeit, die Führung auszubauen, und vergab (59.). Auch Simon Lorenz verpasste ein Tor und scheiterte an Reimann (63.). Nachdem Steven Skrzybski sich ebenfalls in die Liste der glücklosen Schützen eintrug (68.), erzielte Magdeburg den Ausgleich. Tatsuya Ito flankte den Ball in den Strafraum, wo Herbert Bockhorn per Linksschuss ins lange Eck traf (70.). Atik jubelte kurzzeitig über das 3:2, der Torschütze stand allerdings im Abseits (73.). Der FCM setzte im weiteren Verlauf regelmäßig Nadelstiche, Kiel wackelte derweil in der Defensive und ließ einige gefährliche Bälle in den Strafraum zu. In der 86. Minute nutzte Moritz Kwarteng eine der großen Lücken in der Störche-Defensive und traf zum 3:2 für Magdeburg. Arp prüfte Reimann noch einmal per Freistoß, der FCM-Keeper ließ sich aber nicht überwinden – auch nicht nach einem Kopfball und einem Hackentrick des Kieler Stürmers (88., 89.). Selbst in der sechsten Minute der Nachspielzeit konnte Arp Reimann im Eins-gegen-eins nicht überwinden. Der 25-Jährige hielt den ersten Magdeburger Sieg im neuen Kalenderjahr fest, denn bis zum Schlusspfiff sollte der Ausgleich nicht gelingen.

Holstein Kiel befindet sich weiterhin im Mittelfeld, 28 Punkte bedeuten den achten Tabellenplatz direkt hinter Hannover. Der 1. FC Magdeburg klettert mit nun 21 Punkten auf den 15. Tabellenplatz, könnte aber noch auf den Relegationsplatz abrutschen, falls der SV Sandhausen am Sonntag bei Fortuna Düsseldorf gewinnen sollte.

Valentini erlöst Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg und Jahn Regensburg stellten die gegnerische Defensive direkt zu Spielbeginn auf die Probe. Jens Castrop prüfte Jonas Urbig mit einem Abschluss an der Strafraumgrenze, der Jahn-Keeper parierte sicher (4.). Auf der anderen Seite erzielte Kaan Caliskaner per Heber das vermeintliche 1:0, das aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen wurde (6.). In den Folgeminuten strahlten beide Mannschaften aufgrund des bisher unglücklichen Saisonverlaufs Unsicherheit aus, die nächste Chance ergab sich erst in der 22. Minute. Castrop bediente Lukas Schleimer, der wie sein Mitspieler zuvor an Urbig scheiterte. Noch besser war ein Gegenstoß der Hausherren, der in einem Flachschuss von Enrico Valentini aus knapp elf Metern mündete – wieder war Urbig zur Stelle (33.). Nachdem Kwadwo Duah einen direkten Freistoß weit über das Tor schoss, wurde die erste Halbzeit beim Stand von 0:0 abgepfiffen.

Die erste Chance im zweiten Durchgang hatte Benedikt Gimber für den SSV Jahn, doch der Schuss ging am Tor vorbei (49.). In der 55. Minute erzielte Valentini die 1:0-Führung für den FCN, als er den Ball nach einer Ecke per Distanzschuss im Kasten versenkte. Das Selbstvertrauen der Hausherren stieg durch den ersten Liga-Treffer im neuen Jahr an, Regensburg bemühte sich indes glücklos um eine Reaktion, das Tabellenschlusslicht verbuchte keine nennenswerten Torchancen. Nürnberg verteidigte die Führung mit allen Mitteln, die Kräfte schwanden nach dem intensiven Pokal-Fight gegen Düsseldorf allerdings. Den Sieg brachte die Elf von Markus Weinzierl dennoch über die Zeit.

Durch den ersten Sieg im neuen Jahr hat der 1. FC Nürnberg 22 Punkte auf der Habenseite, die Weinzierl-Elf springt damit auf den 13 .Tabellenplatz. Jahn Regensburg bleibt hingegen mit 19 Zählern das Tabellenschlusslicht und muss weiter auf die Gelegenheit warten, die rote Laterne abzugeben.

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Florian Bajus  
11.02.2023